28. Januar 2026

Am Mittwochvormittag verwandelte sich der Rathaus-Kindergarten in Kornwestheim in eine Mischung aus Abenteuerspielplatz, Wissenszentrum und kleiner Hunde-Fankurve – denn der Leiter der Bezirksgruppe Ludwigsburg des Blinden- und Sehbehindertenverband Württemberg  Ralf Müller war zu Besuch. Mit dabei: Das Blindenführhund Gespann von Diana Krause-Leichtle und Kubo (Blindenführhund), das nicht nur fachlich beeindruckte, sondern auch mit jeder Menge Herz die Aufmerksamkeit der kleinen Zuhörer gewann.

👋 Ankommen und erstes Staunen

Schon beim Betreten des Kindergartens zeigte sich: Heute steht etwas Besonderes an. Neugierige Kinderaugen lugten hinter Türen hervor, als das Blindenführhundgespann eintraf. Einige Kinder nahmen sofort Haltung an, als hätten sie gerade einen vierbeinigen Superhelden entdeckt.

„Wie heißt er denn?“ – „Kann er Kunststücke?“ – „Darf ich ihn streicheln?“
Die üblichen Fragen – liebevoll, neugierig und erstaunt – stellten sich ein. Doch bevor der „Streichel-Modus“ aktiviert wurde, gab es erst einmal etwas Wichtiges zu lernen.

🎓 Lernen mit Herz, Humor und Hund

Der Besuch begann mit einer kindgerechten Einführung in das Thema Sehbehinderung und Blindheit. Mit anschaulichen Beispielen, einem kleinen Simulationsparcours und viel Humor wurde erklärt, wie Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen ihren Alltag meistern.

"Wie gehst du auf Toilette?"

Auch diese Frage wurde mit Humor beantwortet.

Besonderes Staunen verursachte der weiße Langstock, dem von einigen Kindern der charmante Spitzname
„Zauberstab, der Boden fühlen kann“ verliehen wurde.

Doch das Highlight ließ nicht lange auf sich warten: der Blindenführhund.

🐶 Der Star des Tages: der Blindenführhund

Souverän und mit der Gelassenheit eines echten Profis präsentierte der Hund seine Aufgaben. Die Kinder erfuhren:

  • wie ein Blindenführhund seinen Menschen sicher durch den Alltag führt
  • warum man ihn niemals beim Arbeiten ablenken darf
  • welche Signale er versteht
  • und wie viel Training notwendig ist, bis aus einem verspielten Junghund ein verlässlicher Begleiter wird

Als der Hund demonstrierte, wie er Hindernisse anzeigt und Wege findet, wurde es im Raum so still, dass man fast das ehrfürchtige Staunen hören konnte.

💬 Fragen, Lachen und kleine Aha-Momente

Natürlich hatte die Kindergruppe viele Fragen:

  • „Siehst du gar nichts oder nur ein bisschen?“
  • „Kann der Hund auch in den Kindergarten gehen?“
  • „Was macht er, wenn er Urlaub hat?“

Geduldig wurden alle Fragen beantwortet. Zwischendurch gab es unerwartet tiefgründige Aussagen wie:
„Wenn man weniger sieht, dann hört man besser.“

Da musste man erklären das man dadurch nicht besser hört, sondern das Hören an sich verändert sich. Man achtet auf Geräusche anders als ein normal sehender Mensch.

Und natürlich auch Klassiker wie:
„Mein Papa sagt, unser Hund hört auch nicht, aber das stimmt nicht – er hört nur nicht auf Papa.“

🌟 Ein gebührender Abschluss

Zum Abschluss durfte – in sicherem und ruhigem Rahmen – gestreichelt werden. Der Blindenführhund genoss sichtlich die kleine Portion „Feierabendverwöhnung“ und ließ sich von den Kindern mit liebevollen Worten und sanften Händen belohnen.

Die Kinder wiederum erhielten „Ein Tag mit Herrn Weißstock“ und konnten so das Erlebte zuhause zum einen weitererzählen und sich von den Eltern vorlesen lassen.

Das strahlende Fazit des Kindergartens:
„Das war nicht nur spannend, sondern auch richtig wichtig!“

❤️ Warum solche Besuche wertvoll sind

Der Tag zeigte einmal mehr, wie viel ein direkter Kontakt bewirken kann:

  • Verständnis wächst
  • Vorurteile werden abgebaut
  • Kinder erleben Vielfalt als etwas ganz Natürliches
  • und sie erfahren, dass Assistenzhunde echte Lebenspartner sind – nicht einfach Haustiere

Gerade in jungen Jahren kann solch ein Erlebnis den Blick auf Inklusion nachhaltig prägen.

🐾 Ein Tag voller Wärme, Wissen – und Wuff

Der Besuch im Rathaus-Kindergarten Kornwestheim war ein gelungenes Zusammenspiel aus Aufklärung, Begegnung und Freude. Ein Tag, der nicht nur die Kinder bereichert hat, sondern auch dem Verband und dem Blindenführhundgespann viele schöne Momente beschert hat.

Oder wie ein Kind zum Abschied sagte:
„Kommt ihr wieder? Und bringt den Hund wieder mit? Der darf auch zweimal kommen!“

Wir kommen gerne wieder.
Liebe Grüße
Ralf Müller
Diana Krause – Leichtle
Und
Kubo