2026-06 Sicher unterwegs im Linienbus

Eigentlich ist für sicheres Busfahren im ÖPNV alles geregelt: Das Fahrpersonal der Busse muss Rücksicht nehmen auf Menschen mit Einschränkungen, also auch auf solche mit Sehproblemen. In der Theorie ist alles klar! Die Praxis sieht oft anders aus: Busse halten nicht an den Einstiegsfeldern, fahren los, bevor der Fahrgast einen sicheren Platz gefunden hat, klemmen langsame Fahrgäste beim Aussteigen zwischen den Türen ein.
„Alles schon erlebt“, erzählt Martin Haug bei seinem Vortrag zum Busfahren im ÖPNV beim Maistammtisch des Heilbronner BSV. Oft hat er sich schon gefragt, warum das so ist und kam zu der Erkenntnis, dass es an der Kommunikation liegt. Die beginnt schon vor dem Einsteigen, an der Haltestelle. Hier muss das Fahrpersonal schon beim Heranfahren erkennen können, dass ein Mensch einsteigen möchte, der Unterstützung braucht. Für seheingeschränkte Menschen bedeutet das Kennzeichnung. Dafür gibt es drei Möglichkeiten: Weißer Blindenstock, gelbe Armbinden mit drei schwarzen Punkten oder den Hund im Führgeschirr. Nach dem Einsteigen ist es für den Fahrgast wichtig, das Fahrpersonal auf die Probleme aufmerksam zu machen: Fahrpersonal ansprechen, Probleme schildern, Fahrziel nennen. Rücksicht nehmen kann schließlich nur, wer weiß, dass Rücksichtnahme notwendig ist!

Autor Martin Haug