2026 Heilbronner Moselwoche
26.07.2026
Sechs Tage Moselkultur erlebten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Heilbronner Woche 2026“ der BSVW Bezirksgruppe Heilbronn.
Elisabeth und Wolfgang Heiler hatten auch diese Reise perfekt vorbereitet und organisiert: Bus und Busfahrer, Unterkunft und Verpflegung, Tagesausflüge und Führungen und die Begleitpersonen für die blinden und sehbehinderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Stationen der Tour waren Koblenz mit der Festung Ehrenbreitstein, das Touristenstädtchen Cochem und das dortige Senfmuseum, die Traben-Trarbacher Weinunterwelt, Bernkastel-Kues mit seinem Doctorweinberg, der Panoramasteg über Zeltingen-Rachtig und das ehemalige Zisterzienserkloster Machern mit seinem guten Klosterbier. Der absolute Höhepunkt war der Stadtrundgang in Trier. Der führte vom Karl-Marx-Denkmal zur Porta Nigra und von dort über das Dreikönigenhaus und die Judengasse zum Hauptmarkt, dann weiter zu Dom, Liebfrauenkirche und Constantinbasilika und endete im Garten des Kurfürstlichen Palais. An Tastmodellen konnten sich die blinden und sehbehinderten Touris ein Bild vom Aufbau der Stadt und der Architektur einiger Baudenkmale ertasten.
Die Rückreise verlief über die Eifel nach Andernach und dem Kaltwassergeysir. Dann fuhr der Bus durchs obere Rheintal und über die A61 zurück nach Heilbronn.
Martin Haug
Die Mosel lang
Es passte einfach wieder alles! Elisabeth und Wolfgang Heiler hatten die Moselfreizeit 2026 der Heilbronner BSVW-Bezirksgruppe perfekt vorbereitet und organisiert: Bus und Busfahrer, Unterkunft und Verpflegung, Tagesausflüge und Führungen und die Begleitpersonen für die blinden und sehbehinderten Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Das erste Etappenziel war Koblenz. Auf der Fahrt dorthin erläuterte Busfahrer Volker vom Busunternehmen Ernesti sehr anschaulich die vorbeiziehende Landschaft und gab Infos zu Städten und Sehenswürdigkeiten.
In Koblenz parkte der Bus in der Nähe des Deutschen Ecks, also am Zusammenfluss von Mosel und Rhein. Dann erfuhren die Ausflügler bei einer Stadtführung viel zur Koblenzer Geschichte, zu Sehenswürdigkeiten, Koblenzer Originalen dazu und warum man die jungen Koblenzerinnen und Koblenzer Schärgel nennt. Nach dem Stadtrundgang trug die Seilbahn die Gesellschaft über den Rhein und hoch zu einem Rundgang durch die Anlagen der Festung Ehrenbreitstein. Am Nachmittag schlängelte sich der Bus dann durchs untere Moseltal zum Hotel Deutschherrenhof in Zeltingen-Rachtig, dem Basiscamp für die Tagestouren der nächsten Tage.
Das Ziel der ersten Tagestour war Cochem, es ging also wieder moselabwärts. Auf dem Weg dorthin stoppte der Bus in Beilstein, dem „Dornröschen der Mosel“, am Fuße der Burgruine Metternich. Die Zeit für die Besichtigung des Örtchens war knapp bemessen, denn in Cochem war eine Führung in der Historischen Senfmühle gebucht, danach das Restaurant fürs Mittagessen und dann warteten schon die Stadtführerinnen mit dem Stadtrundgang. Die Stadt Cochem lebt heute weitestgehend vom Tourismus. Jährlich kommen etwa 1,5 Millionen Tagestouristen und 450.000 Übernachtungsgäste in die Stadt. Der Weinbau hat in den letzten Jahren sehr an Bedeutung verloren, viele der früheren Steillagen liegen heute brach. Aber das Städtchen hat sich großartig herausgeputzt. Schmuckes Fachwerk, enge Gässchen, nette Straßencafés, gemütliche Lokale und eine hübsche Promenade entlang der Mosel lassen am Fuße der alten Reichsburg schnell die richtige Urlaubsstimmung aufkommen.
Der zweite Ausflugstag führte die Moseltouristen in die Unterwelt von Traben-Trarbach. Traben-Trarbach war um 1900 nach Bordeaux der zweitgrößte Weinumschlagplatz Europas. Davon zeugen heute noch die riesigen, bis zu 100 Meter langen Weinkellergewölbe in der Altstadt und die herrlichen Jugendstilhäuser der Weinhändler. Bei zwei Kellerführungen erfuhren die Besucher interessante Details zu Weinbau, Kellertechnik und Weinhandel früher und heute dazu welchen Einfluss der Moselschieferboden auf die Aromen, das Bouquet und den Säuregehalt des Moselrieslings hat. Getestet werden konnte dies während der Mittagsrast in der Straußwirtschaft des Weingut Comes. Von dort schlenderten die Touris zur nahegelegenen Anlegestelle und glitten dann auf der „Moselprinzessin“ moselaufwärts zur Anlegestelle beim Hotel Deutschherrenhof.
Am dritten Ausflugstag besuchten die BSV-ler am Vormittag das Städtchen Bernkastel-Kues. Während der Fahrt dorthin ging Wolfgang Heiler mit einem selbstgefertigten Tastmodell durch die Reihen und ließ die Mitreisenden daran die Lage der Moselorte, vor allem aber die vielen Schleifen und Windungen der Mosel ertasten, die der Fluss ins Tal zwischen Eifel und Hunsrück gegraben hat.
In Bernkastel führte der Touristguide die Gruppe zum historischen Marktplatz mit den Giebelfachwerkhäusern und dem Renaissance-Rathaus mit dem historischen Pranger. Natürlich informierte auch hier die Stadtführerin zum Weinbau an der Mosel und ganz besonders über den Weinberg „Bernkasteler Doctor“, der zu den teuersten Weinberglagen der Welt zählt.
Am Nachmittag brachte der Bus die Gruppe zum Panoramasteg am Parkplatz "Moselblick" hoch über Zeltingen-Rachtig. Nach einem kurzen Rundgang mit herrlichem Blick übers Moseltal ging es zum Nachmittagskaffee ins ehemalige Kloster Machern.
Augusta Treverorum war das Reiseziel am vierten Ausflugstag - die Stadt des Augustus im Lande der Treverer - das heutige Trier. Die Stadtführung begann am Denkmal von Karl Marx, der in Trier im Jahr 1818 geboren worden war. Die nächste Station war die Porta Nigra; dann führte die Tour vorbei am Dreikönigenhaus und der Judengasse zum Hauptmarkt. Von dort ging es zum Dom und der Liebfrauenkirche, dann weiter zur Konstantinbasilika und zum Garten des Kurfürstlichen Palais. An Tastmodellen konnten sich auch die blinden und sehbehinderten Touristen ein Bild vom Aufbau der Stadt und den wichtigsten Baudenkmalen ertasten.
Am nächsten Morgen begann die Heimreise nach Heilbronn. Über die Eifel erreichte der Bus nach einer guten Stunde Andernach am Rhein. Nach einem Vortrag im Geysir-Infozentrum besuchte die Reisegruppe nach einer kurzen Schifffahrt auf dem Rhein den mit rund 60 Meter höchsten Kaltwassergeysir der Welt auf dem Namedyer Werth.
Zurück am Bus erfuhren die Reisenden vom kilometerlangen Stau auf der A61. Glück im Unglück - Volker lenkte den Bus, vorbei am Stau, durchs burgenreiche Obere Mittelrheintal, Weltkulturerbe seit 2002 - ein Zuckerle obendrauf!
Herzlichen Dank an unsere ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleiter!
Martin Haug